Materialien „Ilias“

„Wir aber wissen nichts, wir lauschen
nur der Erzählung.“
Homer, Ilias 2/486

Da sage noch mal einer, Äpfel seien gesund! Wurde dieses teuflische Kernobst schon Adam und Eva zum Verhängnis, so auch der Stadt Troja, von den Griechen Ilios genannt. Nur weil Eris, die Göttin der Zwietracht, der „Schönsten“ einen goldenen Apfel versprach, befinden sich die Trojaner nun seit zehn Jahren im Belagerungszustand. Denn Liebesgöttin Aphrodite wollte in der Miss-World-Wahl den Sieg davontragen, verspricht dem Jurymitglied Paris die bestaussehendste lebende Menschenfrau, Helena, die aber dummerweise fest vermählt ist mit dem stolzen Griechenfürsten Menelaos, was Jungsporn Paris aber natürlich nicht daran hindert, die Angebetete kurzerhand zu kidnappen …
Verwirrend? Ja, und wie! Denn zu allem Übel des menschlichen Treibens mischen sich auch noch diverse Haupt- und Nebengötter in die weltliche Handlung ein – und machen das antike Chaos perfekt. Das Endergebnis ist ein erbitterter Krieg aus nichtigem Anlass. Homers Ilias gilt als das erste erhaltene Epos der abendländischen Kultur. Als solches ist die Geschichte über den Fall der Stadt Troja und deren Bewohner die Quelle allen Erzählens.
Volker Schmidt begibt sich auf die Spuren dieses ältesten und rätselhaftesten Epos, um dieses für das Theater neu zu schreiben.
Ein Auftragswerk des Theaters der Jugend.

„’s ist Krieg! ’s ist Krieg! O Gottes Engel wehre,
Und rede du darein!
’s ist leider Krieg – und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!“
Matthias Claudius (1778)

Krieg macht Angst. Und dennoch: Zur Zeit laufen weltweit 26 Kriege. Nicht eingerechnet sind kriegerische Auseinandersetzungen, denn dann wäre die Anzahl um ein Erhebliches höher.
Krieg ist ebenso alt wie die Menschheitsgeschichte, und tatsächlich beschreibt das älteste uns bekannte abendländische Epos „Die Ilias“, vor dreitausend Jahren verfasst, die kriegerischen Ereignisse um die Stadt Troja.
Persönliches Prestige und wirtschaftliche Interessen stehen im Mittelpunkt. „Warum denkt hier jeder nur an sich?“ heißt es einmal in der Dramatisierung von Volker Schmidt. Genau darin könnte man das Ende der Stadt Troja suchen, nachdem die Menschen dreitausend Jahre glücklich zusammengelebt hatten.
Und heute? – Prestige und wirtschaftliche Interessen … Man kennt es, nicht zuletzt aus den Medien.

Inszenierung „Ilias“