Materialien zu „Pflugversuch“

Der Autor: Volker Schmidt

Schauspielausbildung am Konservatorium der Stadt Wien
Fortbildung über Stanislawski, Meyerhold an der staatlichen Theaterakademie St. Petersburg
Method Acting Training in Kopenhagen mit Robert Castle (Lee Strasburg Insitute New York)
Autor zahlreicher Theaterstücke und Regisseur
Preise/Stipendien/Einladungen (Auswahl):
2002 Gewinner des Autorenwettbewerbs „Junges radikales Volksstück“ des Theaters Phönix (Linz) mit dem Stück „Unter Fischen“
2007 Gewinner des Berliner Kindertheaterpreises des GRIPS-Theaters
2007 Hauptpreis und Publikumspreis des Heidelberger Stückemarktes mit „Die Mountainbiker“
2007 Einladung zum Stückemarkt des Berliner Theatertreffens mit „Die Mountainbiker“
2008 STELLA 2008, Darstellende.Kunst.Preis für junges Publikum
2008 Einladung zum Europäischen Festival für Dramaturgie in Santiago de Chile mit „Die Mountainbiker“
Engagements als Schauspieler u.a. am Theater in der Josefstadt, Volkstheater, Theater Gruppe 80, Theater der Jugend Wien, Salzburger Landestheater, Vereinigte Bühnen Graz, carrousel-Theater Berlin, Zusammenarbeit u.a. mit Georg Schmiedleitner, Tina Lanik, Frank Arnold, Zeno Stanek, Heinz Trixner, div. Film- und Fernsehengagements sowie Hörspielproduktionen.

Das Interview:
Warum schreibst gerade du ein Bauernstück?
Weil ich den Auftrag dazu bekommen hab. Am Anfang hatte ich keine Ahnung, wie ich’s anpacken soll. Aber mich interessiert beim Schreiben vor allem die Herausforderung. Außerdem will ich mit jedem Stück neues Terrain betreten. Deshalb hab ich den Auftrag angenommen. Ich habe erst gar nicht versucht, mich in das heutige bäuerliche Leben hineinzudenken und ein naturalistisches Milieu-Stück zu schreiben. Das könnte ich gar nicht. Dazu fehlt eine lebenslange Erfahrung in bäuerlicher Umgebung. Mich hat viel mehr interessiert, das Lebensumfeld und die Probleme der Bauern, besonders im Waldviertel, zu verstehen und das in eine Versuchsanordnung zu stellen, Gegensätze zu entwickeln. Und da sind dann auch Themen aufgetaucht, die mich selbst sehr interessieren und mit mir zu tun haben. Es ist ja nicht nur ein Bauernstück sondern auch ein Stück über den Weg des Künstlers zu sich selbst und zur Wahrhaftigkeit seines Schaffens. Außerdem über die quälende Frage, die sich jeder Künstler stellt: Was bringt meine Kunst dem Menschen. Schaffe ich Sinnvolles? Da hat es der Bauer leichter. Der hat den Sinn seiner Arbeit unmittelbarer vor Augen. Dieser Gegensatz hat mich interessiert.

Wie geht es einem Autor, der ein Auftragswerk schreiben muss?
Es ist immer ein zwiespältiges Verhältnis. Man wird gefordert, sich auf Dinge einzulassen, mit denen man sich sonst nicht auseinander setzen würde. Man bleibt nicht im eigenen Themenkontext haften. Das ist schön. Auf der anderen Seite bleibt immer die Frage, wie weit man sich den Anforderungen des Auftraggebers unterordnen und gleichzeitig den eigenen Ideen treu blieben kann. Mit Zeno war das nicht so ein großes Problem. Wir kennen uns schon lange, da ist ein Vertrauen da, das eine unmittelbare und schonungslose gemeinsame Auseinandersetzung erlaubt.

Wie lange dauert es, so ein Stück zu schreiben?
Die Nettozeit ist bei mir sehr gering. Ich arbeite kaum etwas um. Ich recherchiere, trage die Ideen mit mir herum. Das dauert länger, bis zu einem halben Jahr. Das Schreiben selbst dauert nur einige Tage, natürlich verteilt auf mehrere Monate.
Inwiefern spielt die Gegend, in der das Stück aufgeführt wird, eine Rolle?
Sie spielt eine große Rolle. Die Atmosphäre, die Landschaft, das Wetter hat mich beim Schreiben innerlich immer begleitet. Einen Teil des Stückes habe ich auch in Hörmanns geschrieben, aber auch wenn ich in Berlin daran gearbeitet habe, war das Waldviertel immer präsent.

Deine Beziehung zum Waldviertel und dem Theater Brauhaus?
Das Waldviertel kenne ich vor allem durch meine Aufenthalte in Hörmanns im Theater Brauhaus. Ich liebe diese Gegend. Die Einsamkeit, die Ruhe, die Kraft der Steine und der Erde. Der Puls hier geht anders. Das hat mein Stück beeinflusst, auch die Sprache des Stückes. Darüber hinaus verbringe ich immer großartige Tage hier, wenn ich Zeno besuche, oder bei einer der Theaterproduktionen mitwirke oder helfe. Ist immer ein gutes Team. Und die Leute sind hier einfach entspannter.

Über Bauern:
Definition Landwirt
Landwirt ist, wer mindestens 25 % seiner Arbeitszeit landwirtschaftlichen Tätigkeiten widmet. Der prozentuale Einkommensanteil wird mit dem Anteil der landwirtschaftlichen Tätigkeiten gleichgesetzt. Der Nachweis erfolgt über den Einkommensteuerbescheid oder – soweit dieser nicht vorliegt – über andere geeignete Unterlagen.

Inszenierung Pflugversuch